HAUS DER GESCHICHTE der Juden Badens
EIN LEUCHTTURMPROJEKT FÜR BRUCHSAL
 

Auf dieser Seite finden Sie die neuesten Informationen zum Fortgang des Projektes Haus der Geschichte der Juden Badens.

8. Oktober 2019: Gutachterliche Stellungnahme der Kommission für Stadtgeschichte zur Erhaltungswürdigkeit der Fundamentreste der ehemaligen Synagoge.


Die Bruchsaler Kommission für Stadtgeschichte wurde beauftragt, den Mitgliedern des Bruchsaler Gemeinderates sowie der Oberbürgermeisterin der Stadt Bruchsal die von der Kommission erarbeitete "Gutachterliche Stellungnahme zur Frage der Erhaltungswürdigkeit der Fundamentreste der ehemaligen jüdischen Synagoge Bruchsals" zukommen zu lassen. Die Kommission regt den Gemeinderat der Stadt Bruchsal an, dieses Gutachten in seine Entscheidungsfindung in Bezug auf die mögliche Bebauung des Areals einzubinden. In der nächsten Sitzung der Kommission für Stadtgeschichte soll über eine mögliche Nachnutzung des Synagogengeländes gesprochen werden. Hier die gutachterliche Stellungnahme im Wortlaut:


Gutachterliche Stellungnahme der Kommission für Stadtgeschichte zur Frage der Erhaltungswürdigkeit der Fundamentreste der ehemaligen jüdischen Synagoge Bruchsals


Freigelegte Synagogengrundmauern. Foto: privat

Die Kommission für Stadtgeschichte ist überrascht, dass die Ausschreibung für die von Architekten zu erstellenden Pläne zur baulichen Gestaltung des ehemaligen Synagogengeländes keine Aussagen zum Umgang mit den noch vorhandenen Grundmauern enthält.


Die folgenden Thesen gelten nicht der baulichen Gestaltung des ehemaligen Synagogengeländes insgesamt. Sie behandeln nur die Frage, ob und in welchem Umfang die noch vorhandenen Fundamentreste erhalten werden sollen.


1. Die Fundamentreste sind nach Ansicht der Kommission weder von besonderer siedlungsgeschichtlich-archäologischer noch architekturgeschichtlicher Bedeutung. Zur architektonischen Struktur der Synagoge gibt es bessere Quellen.


2. Ganz anders sieht es unter dem Aspekt der Erinnerung aus. Intensiver als jeder Plan oder jedes Modell vermögen die konkreten Überreste des Gebäudes seinen zentralen Standort inmitten der Stadt und seine verbrecherische Zerstörung vor Augen zu führen. Sie besitzen in dieser Hinsicht eine besondere, nicht ersetzbare Qualität.


3. Um ihre spezifische Gedenkfunktion zu erfüllen, müssen allerdings nicht alle Fundamentreste akribisch frei gelegt und konserviert werden. Eine solche Forderung würde zudem die weitere Nutzung des gesamten Geländes unangemessen festlegen.


4. Die Kommission schlägt deshalb vor, zumindest einen – möglichst bedeutungsvollen – Teil der Reste zu konservieren und auf geeignete Weise der Besichtigung zugänglich zumachen. Sinnvollerweise wäre dies durch eine in räumlicher Nähe platzierte Dokumentation des Synagogengebäudes in Form von Plänen und Modellen zu ergänzen.


5. Dieser Vorschlag sollte Grundlage jeder weitergehenden Planung zur Nutzung des ehemaligen Synagogengeländes sein.


6. Um einer vollständigen Überbauung, eventuell verbunden mit einer völligen Entfernung der Fundamentreste zustimmen zu können, bedürfte es sehr überzeugender, weit über finanzielle Überlegungen hinausgehender Argumente. Für die Kommission sind sie bislang nicht vorhanden.




Leserbrief in der Bruchsaler Rundschau vom 5. Oktober 2019, Seite 28

   

Museum bringt kein Leben in die Stadt
Zum Artikel: „Chance für zweiten Magneten in Bruchsal“ (19. September):
Bruchsal braucht keinen neuen Magneten! Ein neues Museum bringt kein Leben in die Stadt. Vielmehr sollten in der Stadt Wohnungen für junge Familien geschaffen werden, denen Bruchsal zur Heimat werden wird. Mit Freude habe ich gelesen, dass Herr Ayrle, der Stadtplaner, sich für eine attraktive Nutzung einsetzt. Die Bebauung mit stadtnahen Wohnungen auf dem Feuerwehr-Areal kann zur Belebung und Attraktivität der Innenstadt beitragen.
Dr. Erich Trausel Bruchsal


(Dr. med. Erich Trausel ist ein mittlerweile verrenteter Bruchsaler Zahnarzt)




1. Oktober 2019: Presseveröffentlichung der SPD Bruchsal:

Wie geht es mit dem Synagogengrundstück weiter?
SPD-Bundestagsabgeordnete informierte sich über das Projekt "Haus der Geschichte der Juden Badens"  

Hohen Besuch hatten die Bruchsaler Sozialdemokraten. Die Bundestagsabgeordnete und parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Fraktion Gabriele Katzmarek aus Rastatt und der SPD-Kreisvorsitzende Christian Holzer waren zu Besuch, um sich über die geplante Nachnutzung des Bruchsaler Synagogengrundstückes, heute steht dort das Feuerwehrhaus, zu informieren.


Der Vorsitzende des Fördervereins Haus der Geschichte der Juden Badens, Dr. Günter Majewski, erläuterte den Anwesenden die Ziele des Fördervereins und den derzeitigen Sachstand. Er halte die Einrichtung eines Hauses der Geschichte der Juden Badens für die Option für Bruchsal, die zum einen der Bedeutung des Grundstückes, aber auch den Interessen der Bruchsalerinnen und Bruchsalern am besten gerecht werde. Eine kommerziell betriebene Bebauung des Grundstückes durch Investoren oder Bauträger fände er schlecht für diese Stadt und deren Entwicklung, bräuchte doch Bruchsal als Mittelzentrum mehr „Erzählungen“ als Schloss oder Spargel. Man könne auf diesem geschichtsträchtigen Grundstück – dort stand bis 1938 die Bruchsaler Synagoge, die in der Reichspogromnacht niedergebrannt wurde – nicht ein kommerziell getriebenes Gebäude errichten und somit das Andenken an das Geschehene zunichte machten. Daher träte der Förderverein für das Haus der Geschichte der Juden Badens ein, als ein offenes Haus der Begegnung, des Erlebens, des Lernens und Forschens für alle Teile der Bevölkerung.


Darüber hinaus wurde vom Förderverein in seinem Beitrag zum Ideen-Wettbewerb als neues Geschichtshaus an der Straße der Demokratie das Emil-Belzner-Haus vorgestellt. Dort sollen die Städtischen Sammlungen (Städtisches Museum) neu präsentiert werden, das badische Strafvollzugsmuseum soll dort Platz finden sowie ein Lernort Demokratie. Majewski verwies auch auf den SPD-Politiker Ludwig Marum, der in Bruchsal aufwuchs, zur Schule ging und in der später niedergebrannten Synagoge seine Bar Mitzwa feierte. Ludwig Marum wurde 1934 wegen seines Eintretens für Recht, Freiheit und Demokratie von NS-Schergen im KZ Kislau ermordet.


In ihrem Eingangsstatement betonte die Bundestagsabgeordnete Katzmarek ebenfalls die Bedeutung des SPD-Mitglieds und Reichstagsabgeordneten Ludwig Marum. Sie berichtete, dass im Deutschen Bundestag in Berlin mehrfach an Ludwig Marum gedacht wird, so auch am »Denkmal für die 96 ermordeten oder verschleppten Reichstagsabgeordneten«, das sich vor dem Reichstagsgebäude befindet.

Gabriele Katzmarek unterstrich, dass sie die Idee eines Hauses der Geschichte der Juden Badens gut vorstellen kann, denn dieses Geschichtshaus wäre einmalig in Baden und würde die Stadt Bruchsal aufwerten. 





18. September 2019: Die Bruchsaler Rundschau berichtet: "Förderverein befürchtet Verkauf"










































13. September 2019: Die Bruchsaler Rundschau berichtet: "St.Peter-Förderverein will Zeichen setzen"





Das Schreiben vom 26. August 2019 im Wortlaut:


Ideenwettbewerb für die Nachnutzung des Feuerwehr-Areals


Mit Interesse haben wir den Vorschlag Ihres Vereins zum Bau eines "Haus der Geschichte der Juden Badens" auf dem Feuerwehr Areal zur Kenntnis genommen. Wir unterstützen Ihre Initiative.


In einer Zeit, in der Antisemitismus und Geschichtsvergessenheit zunehmen, bietet sich für unsere Stadt die wohl einmalige Chance, auf diesem historischen Gelände ein Zeichen der Erinnerung und vielleicht auch der Wiedergutmachung zu setzen. Es waren Bruchsaler Bürger, die das jüdische Gotteshaus in ihrer Stadt in Schutt und Asche legten. Das sollte nicht vergessen werden und den nachfolgenden Generationen eine Mahnung sein.


Wir wollen als "Förderverein zur Erhaltung der Barockkirche St. Peter", die durch glückliche Umstände den Zweiten Weltkrieg unversehrt überstanden hat, ein Zeichen der Solidarität mit Ihnen und den jüdischen Mitbürgern setzen.


In dieser Einrichtung sollte auch das Verhältnis der überwiegend katholischen Bevölkerung zur jüdischen Gemeinde und ihr Verhalten nach der Zerstörung der Synagoge dokumentarisch ihren Platz finden.


Wir freuen uns sehr, wenn die Initiative Ihres Fördervereins zum Erfolg führt.


Mit allen guten Wünschen und herzlichen Grüßen

Förderverein zur Erhaltung der Barockkirche St. Peter










September 2019: Veröffentlichung in chrismon plus, "das evangelische Magazin"


Mittlerweile wird auch in der überregionalen Presse über das Bruchsaler Projekt "Haus der Geschichte der Juden Badens" berichtet. Das evangelische Magazin chrismon plus berichtet in seiner September-Ausgabe ausführlich über die Aktivitäten des Fördervereins. 


Laut Selbstbeschreibung versteht sich das Magazin „als publizistische Heimat aller Leser, die sich für christliche Themen und Werte interessieren“.  Thema sind „Menschen, die das Leben in allen seinen Herausforderungen zuversichtlich und verantwortlich meistern. Die sich ihren jeweiligen Lebenssituationen stellen und daran wachsen, die sich in unterschiedlichen Situation mit der tröstenden Kraft von Liebe, Glauben und Kirche auseinandersetzen“.















11. August 2019: Veröffentlichung im wochenblatt-reporter.de:


Die Zukunft des Bruchsaler Synagogengrundstücks:


https://www.wochenblatt-reporter.de/bruchsal/c-lokales/die-zukunft-des-bruchsaler-synagogengrundstuecks_a110521




9. August 2019: Über das Treffen mit dem FDP-Bundestagsabgeordneten Dr. Christian Jung berichtet auch die Bruchsaler Rundschau:













8. August 2019: BadenTV berichtet über ein Treffen des Fördervereins mit dem Bundestagsabgeordneten Dr. Christian Jung:

Synagogengelände Bruchsal: Förderverein hofft auf Vertagung der Entscheidung


Bruchsal (ck) Es könne ein Leuchtturmprojekt für Stadt und Land werden: So die Befürworter eines "Haus der Geschichte der Juden Badens" auf dem Gelände der ehemaligen Synagoge in Bruchsal. Auf Einladung des FDP-Bundestagsmitglieds Christian Jung trafen sich heute morgen Mitglieder (…)


https://baden-tv.com/synagogengelande-bruchsal-forderverein-hofft-auf-vertagung-der-entscheidung/




3. August 2019: Artikel in der Schwäbischen und Reutlinger Zeitung:

 

Ein Haus der Geschichte über Juden? Bruchsal diskutiert, wie ein früherer Synagogen-Standort zukünftig genutzt werden soll.  

https://www.tagblatt.de/Nachrichten/Ein-Haus-der-Geschichte-ueber-Juden-424228.html  

 

  

 Juli 2019:   Ein Leuchtturm-Projekt

Haus der Geschichte der Juden Badens – ein Förderverein hat eine große Idee, der Vorsitzende Günter Majewski stellt sie vor


Foto: Günter MajewskiFoto: Günter Majewski

Ihr Verein will auf dem Grundstück des Feuerwehrhauses ein Haus der Geschichte der Juden Badens errichten. Warum dort? Was hat es mit dem Grundstück auf sich?

Günter Majewski: Die Geschichte der Juden in Bruchsal reicht bis ins Mittelalter zurück, ist keine kontinuierliche und nur mehr oder weniger gut dokumentiert. Gesichert und für uns interessant ist, dass mit Beginn des 19. Jahrhunderts die Idee entstand, dort, wo heute das Feuerwehrhaus steht, eine Synagoge zu bauen. Der letzte Neubau wurde 1881 errichtet, ein imposantes Gebäude, 1926 renoviert und 1938 von Nationalsozialisten zerstört. Die Grundmauern sind nach wie vor vorhanden. Als bekannt wurde, dass die Firma SEW EURODRIVE für das Feuerwehrgebäude einen neuen Standort bereithält und den Bau finanziert, hat man sich gefragt, was macht man mit dem alten Grundstück, das die Stadt Bruchsal Anfang der 1950er Jahre erworben hatte. Für uns ist wichtig, dass dort etwas geschieht, das mit dem Judentum zusammenhängt. Es ist wichtig, die sehr reiche Geschichte der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die das Stadtbild mitgeprägt haben, aufzuarbeiten. In Bruchsal hat man, wie in anderen Städten auch, in der Reichspogromnacht Synagogen angezündet und die Feuerwehr gerufen, damit die angrenzenden Gebäude nicht durch den Funkenflug beschädigt wurden. Der eigentliche Brand wurde natürlich nicht gelöscht. Und ausgerechnet in Bruchsal, nur hier, hat man dann ein Feuerwehrhaus daraufgestellt. Das kommt uns besonders makaber vor. Wir sind der Ansicht, dass man die Grundmauern der Synagoge wieder freilegen sollte. Nach jüdischer Vorstellung sollten dort, wo einmal eine geweihte Synagoge stand, die Grundmauern nicht zugedeckt oder überbaut werden. Bei einem Abbruch des jetzigen Gebäudes könnten die dann freigelegten Fundamente vielleicht in eine Parkanlage eingebunden werden.


Was soll das Haus für eine Funktion haben?

Es soll, weil es auch von jüdischer Seite nicht so gewünscht ist, kein weiteres Holocaust-Denkmal werden, sondern eine würdige Gedächtnis- und Erinnerungsstätte; kein totes Museum, sondern eine wirkliche Begegnungsstätte für Menschen, die sich mit dem Thema Judentum in Baden befassen wollen. Da sind natürlich museale Aspekte dabei, aber es soll ein multikulturelles und multifunktionales Begegnungszentrum werden, mit Seminarräumen und Studienbereichen. Der Schwerpunkt sollte die jüdische Kultur bilden, aber man könnte auch andere Nutzer mit ins Boot nehmen. Die angrenzenden Schulen zum Beispiel, denen man in dem Gebäude Seminarräume oder eine Aula einrichten könnte. Auch andere Themen der Geschichte Badens könnten eine Rolle spielen: die Badische Revolution, die Bauernaufstände, Joß Fritz aus Untergrombach. Man könnte eine Bibliothek einrichten, die Stadtgeschichte dokumentieren, das Stadtarchiv könnte Räume nutzen und bespielen. Ich persönlich könnte mir vorstellen, dass man ein Geschoss für Gästezimmer herrichtet, für Referenten oder Stipendiaten; dass dort jemand für gewisse Zeit residieren könnte, ähnlich wie ein Stadtschreiber. Und wenn das Gebäude die entsprechende Höhe hätte, wäre es natürlich sehr schön, oben ein Restaurant oder ein Café zu betreiben, mit dem Blick über die Stadt – was zur finanziellen Entlastung beitrüge.


Warum stünde ein solches Haus der Stadt Bruchsal gut an?

Wir vom Verein, insbesondere Rolf Schmitt, haben alle jüdischen Einrichtungen um Bruchsal herum recherchiert. Ein solches Projekt, wie wir es planen, ist nicht vorhanden. Es gibt jüdische Friedhöfe, Gedenkstätten, einfache Gedenksteine oder Plaketten an Häusern – oder natürlich die Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg. Aber unser Projekt ist sogar für ganz Süddeutschland einzigartig. Das wäre wirklich ein Leuchtturm-Projekt. Und es stünde Bruchsal natürlich gut an, weil man diese Zeit zwischen 1933 und 1945 hier lange totgeschwiegen hat. Die hat hier offiziell nicht stattgefunden. Ich kann mich an meine Kindheit erinnern, da gab es ein Geschichtsbuch von Bruchsal und da war genau diese Zeit ausgelassen. Mit dem Haus der Geschichte hätte man, fußläufig vom Bahnhof, neben dem Barockschloss einen weiteren kulturellen Höhepunkt. Letztlich wäre es auch eine gute Sache für das Stadtmarketing, wenn man abgesehen vom Schloss …


und der Badischen Landesbühne

… und der Badischen Landesbühne einen zusätzlichen Magneten hätte, einen weiteren Anlass, die Stadt zu besuchen. Deswegen sollte das Haus auch kein totes Museum sein, wo man ein paar verstaubte Exponate sieht, sondern mit Hilfe moderner Museumspädagogik etwas Griffiges, Lebendiges anbieten. Für Bruchsal wäre das ein unbedingter Gewinn.


Wie kam es zu dem Namen: Haus der Geschichte der Juden Badens?

Wir haben lange gerungen, wie wir es nennen wollen. Wir wollten es nicht „der badischen Juden“ nennen, damit wären nur diejenigen hier in der Gegend gemeint, sondern wir meinen die Juden, die etwas mit Baden zu tun haben. Es soll zunächst regional begrenzt sein. Den Anspruch für ganz Baden-Württemberg oder ganz Süddeutschland, den wollten wir nicht, das wäre doch etwas hoch gegriffen. Aber gerade hier im Nordbadischen gab es sehr viele jüdische Persönlichkeiten, die Großes geleistet haben. Baden galt in Deutschland schon immer als Musterländle, auch in Bezug auf die Religionsfreiheit. Die Juden in Baden waren mit die ersten, die staatsbürgerlich gleichgestellt waren. Allerdings gab es auch massive Widerstände aus der Bevölkerung gegen die Judenemanzipation. Da gibt es sehr viele hässliche Dokumente. Gerade also in Baden waren Juden früh vollwertige Mitbürger und viele jüdische Geschäftsleute hatten bis zum Beginn des Dritten Reichs hier große Unternehmen. Die Bruchsaler Farbenfabrik, Familie Meerapfel, der die Tabakfabriken gehörten, oder Familie Schrag. Harry Ettlinger, einer der Monuments Men, die beauftragt waren, die von den Nazis versteckten Kulturgüter ausfindig zu machen, war ein Enkel des Textilgroßhändlers Otto Oppenheimer. Es gibt unglaublich viel, was man hier in Erfahrung bringen kann. Man könnte ein riesiges Gebäude mit interessanten Biografien füllen.


Dr. phil. Günter Majewski, in Bruchsal geboren, eröffnete 1982 seine Buchhandlung, promovierte über die Waldenser in Württemberg und unterrichtete zwischenzeitlich angehende Buchhändler.


Das Interview erschien erstmals in "Weltgeschichten", einer Publikation der Badischen Landesbühne zur Spielzeit 2019.2020. Die Veröffentlichung erscheint mit freundlicher Genehmigung des Theaters.



13. Juli 2019: Abermals großes Interesse am Informationsstand des Fördervereins Haus der Geschichte der Juden Badens e.V.


Auf erneut großen Zuspruch stieß der zweite Informationsstand des Fördervereins Haus der Geschichte der Juden Badens, der am Samstag, den 13. Juli 2019 in der Bruchsaler Fußgängerzone stattfand. Die vielen Besucher des Informationsstandes ließen sich ausführlich über die Überlegungen des Fördervereins zur weiteren Nutzung des Synagogengrundstückes informieren. Große Beachtung fand vor allem, welche überragenden Möglichkeiten dieses innerstädtische „Filetstück“ über das Haus der Geschichte der Juden Badens hinaus für die weitere Entwicklung unserer Stadt bietet, können hier doch die Weichen für die Stadtentwicklung der nächsten Jahrzehnte positiv gestellt werden.


Die Aktiven des Fördervereins konnten an diesem Tag neben den vielen Besuchern der Fußgängerzone und des Wochenmarktes Tag illustre Gäste aus Verwaltung und Politik begrüßen.


Der CDU-Bundestagsabgeordnete Olav Gutting nutzte seinen Anwesenheit in der Region, um sich vor Ort über die Idee des Geschichtshauses informieren zu lassen. Er zollte dem gesellschaftlichen Engagement der Fördervereinsmitglieder Lob und seinen Respekt, die Ideen und den ersten Entwurf für eine Umsetzung des Projektes empfand er als ansprechend. Seine Empfehlung an die Aktiven war, weiterzumachen.


Ebenfalls zu Gast auf dem Informationsstand des Fördervereins war die Oberbürgermeisterin von Bruchsal, Frau Cornelia Petzold-Schick. Sie ließ sich von den Mitgliedern des Vereins ausführlich die Idee eines Haus der Geschichte der Juden Badens erläutern, wobei als eines der Vorbilder das Polin, das Museum der Geschichte der polnischen Juden, genannt wurde, das in Warschau zu den meistbesuchten Attraktionen zählt. Die Vereinsmitglieder unterstrichen im Gespräch ihre Sichtweise, dass gerade eine Geschichtshaus der geschichtlichen Herausforderung sowie der gesellschaftlichen Notwendigkeit gerecht würde.





22. Juni 2019: Informationsstand in der Bruchsaler Fußgängerzone


Sehr erfolgreich war der Informationsstand des Fördervereins am Samstag in der Fußgängerzone. Viele Bruchsalerinnen und Bruchsaler waren extra in die Innenstadt gekommen, um sich dort über die Vorstellungen und Ideen des Fördervereins zu informieren. Mindestens 250 Interessierte konnten angesprochen werden, die nicht nur den neuen Flyer des Fördervereins mit nach Hause nahmen, sondern auch mit ihrer Unterschrift einen Appell des Fördervereins an Oberbürgermeisterin und Gemeinderat unterstützten. Diese sollen sich für ein Haus der Geschichte der Juden Badens als ein Zeichen der Erinnerung, der Versöhnung und der Weltoffenheit unserer Stadtgemeinschaft einsetzen, wobei darüber hinaus Bruchsal als Mittelzentrum gestärkt und die Anziehungskraft und Attraktivität der Innenstadt gesteigert werden.


Voraussichtlich am Samstag, den 13. Juli 2019, findet der nächste Informationsstand des Fördervereins Haus der Geschichte der Juden Badens von 9 bis 12 Uhr in der Bruchsaler Fußgängerzone statt.

Fotos. privat





21. Juni 2019: DER KURIER, Seite 8

 



12. Juni 2019 : Baden TV       

interviewte den Vorsitzenden des Fördervereins, Dr. Günter Majewski. Die Pressesprecherin der Stadtverwaltung nimmt im weiteren Verlauf Stellung. Sie betont, dass die Entscheidung über die Nachnutzung des Grundstücks beim Bruchsaler Gemeinderat liegt.


https://baden-tv.com/altes-feuerwehrhaus-in-bruchsal-kommt-nach-dem-umzug-ein-judisches-museum/




11. Juni 2019: Pressemitteilung des Fördervereins

Bruchsaler "Förderverein Haus der Geschichte der Juden Badens e.V." gegründet


Anfang bis Mitte 2020 wird die Bruchsaler Feuerwehr ihr neues Domizil in der Bahnstadt beziehen können. Dort hat bis dahin die Bruchsaler Firma SEW-Eurodrive für unsere Freiwillige Feuerwehr auf städtischem Gelände ein schlüsselfertiges Feuerwehrhaus errichtet, das die Stadt 30 Jahre lang unentgeltlich nutzen kann.


Seit dies bekannt wurde, wird in Bruchsal über die weitere Nutzung des Geländes diskutiert, auf dem seit mindestens 1801 die Bruchsaler Synagoge stand. Die neue, 1881 erbaute Synagoge, die wie das Grundstück im Eigentum der jüdischen Gemeinde war, wurde 1938 niedergebrannt und die Mauerreste bis auf die Grundmauern weggesprengt. In den 1950er Jahren baute die Stadt Bruchsal auf diesem Grundstück das Bruchsaler Feuerwehrhaus. Ein deutschlandweit einmaliger Vorgang. Keine andere deutsche Kommune baute auf einem Grundstück ein Feuerwehrhaus, auf dem zuvor die örtliche Synagoge stand.


Die Diskussionen in Bruchsal zur weiteren Nutzung dieses geschichtlich so belasteten Grundstückes werden in Bruchsal sehr breit geführt. Diese reichen vom Seniorenzentrum über ein Schulgebäude bis hin zu Sozialwohnungen.


Der jetzt gegründete Förderverein Haus der Geschichte der Juden Badens e.V. verfolgt einen anderen, gerade auch für unsere Stadt zukunftsweisenden Ansatz und setzt sich für die Errichtung eines Hauses der Geschichte der Juden Badens an dieser Stelle ein, wohl wissend, dass dadurch lediglich ein Zeichen gesetzt werden kann. Das Geschehene kann nicht wieder gut gemacht werden.


Das vom Förderverein unterstützte Haus der Geschichte soll ausdrücklich keine Holocaust-Gedenkstätte werden. In diesem Leuchtturmprojekt sollen insbesondere Beiträge und Verdienste jüdischer Mitbürger zu unserer badischen Landesgeschichte, zu Kultur, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft gewürdigt werden. Durch die zentrale Lage ist das Synagogengrundstück mit seiner bewegten Geschichte exzellent zur Erfüllung dieses Anspruches geeignet. Darüber hinaus stärkt eine solche überregional bedeutsame Einrichtung Bruchsal nicht nur als Mittelzentrum. Sie steigert die Attraktivität der Innenstadt, zieht Touristen an und schafft Arbeitsplätze. Der Förderverein betont, dass gerade ein solches Geschichtshaus der geschichtlichen Herausforderung und dem gesellschaftlichen Anspruch gerecht wird.


Zum Vorsitzenden des Fördervereins wurde Dr. Günter Majewski gewählt. Weitere Vorstandsmitglieder sind Eberhard Schneider, Rolf Schmitt und Jürgen Schoner.


Am 22. Juni wird der Förderverein seine Ideen und Vorschläge erstmals öffentlich in der Bruchsaler Fußgängerzone an einem Informationsstand vorstellen. Im Internet ist der Verein unter www.geschichtshaus-badischer-juden.de zu finden und über E-Mail unter kontakt@geschichtshaus-badischer-juden zu erreichen.



7. April 2019: Rainer Kaufmann, RAINwürfe-TV  History 3: Gedanken zum Grundstück der ehemaligen Synagoge in Bruchsal




 

 

 



9. Oktober 2018: Fundamente der Synagoge ausgegraben

https://blog.bruchsal.org/2018/10/09/synagoge-bruchsal-grabung-9-10-2018/


1. Oktober 2018: Etwas wirklich Großes schaffen!

https://blog.bruchsal.org/2018/10/01/etwas-wirklich-grosses-schaffen/



 
 
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