HAUS DER GESCHICHTE der Juden Badens
EIN LEUCHTTURMPROJEKT FÜR BRUCHSAL
 

Auf dieser Seite finden Sie die neuesten Informationen zum Fortgang des Projektes Haus der Geschichte der Juden Badens.

11. August 2019: Veröffentlichung im wochenblatt-reporter.de:


Die Zukunft des Bruchsaler Synagogengrundstücks:


https://www.wochenblatt-reporter.de/bruchsal/c-lokales/die-zukunft-des-bruchsaler-synagogengrundstuecks_a110521




9. August 2019: Über das Treffen mit dem FDP-Bundestagsabgeordneten Dr. Christian Jung berichtet auch die Bruchsaler Rundschau:













8. August 2019: BadenTV berichtet über ein Treffen des Fördervereins mit dem Bundestagsabgeordneten Dr. Christian Jung:

Synagogengelände Bruchsal: Förderverein hofft auf Vertagung der Entscheidung

Bruchsal (ck) Es könne ein Leuchtturmprojekt für Stadt und Land werden: So die Befürworter eines "Haus der Geschichte der Juden Badens" auf dem Gelände der ehemaligen Synagoge in Bruchsal. Auf Einladung des FDP-Bundestagsmitglieds Christian Jung trafen sich heute morgen Mitglieder (…)


https://baden-tv.com/synagogengelande-bruchsal-forderverein-hofft-auf-vertagung-der-entscheidung/




3. August 2019: Artikel in der Schwäbischen und Reutlinger Zeitung:

 

Ein Haus der Geschichte über Juden? Bruchsal diskutiert, wie ein früherer Synagogen-Standort zukünftig genutzt werden soll.  

https://www.tagblatt.de/Nachrichten/Ein-Haus-der-Geschichte-ueber-Juden-424228.html  

 

  

 Juli 2019:   Ein Leuchtturm-Projekt

Haus der Geschichte der Juden Badens – ein Förderverein hat eine große Idee, der Vorsitzende Günter Majewski stellt sie vor


Foto: Günter MajewskiFoto: Günter Majewski

Ihr Verein will auf dem Grundstück des Feuerwehrhauses ein Haus der Geschichte der Juden Badens errichten. Warum dort? Was hat es mit dem Grundstück auf sich?

Günter Majewski: Die Geschichte der Juden in Bruchsal reicht bis ins Mittelalter zurück, ist keine kontinuierliche und nur mehr oder weniger gut dokumentiert. Gesichert und für uns interessant ist, dass mit Beginn des 19. Jahrhunderts die Idee entstand, dort, wo heute das Feuerwehrhaus steht, eine Synagoge zu bauen. Der letzte Neubau wurde 1881 errichtet, ein imposantes Gebäude, 1926 renoviert und 1938 von Nationalsozialisten zerstört. Die Grundmauern sind nach wie vor vorhanden. Als bekannt wurde, dass die Firma SEW EURODRIVE für das Feuerwehrgebäude einen neuen Standort bereithält und den Bau finanziert, hat man sich gefragt, was macht man mit dem alten Grundstück, das die Stadt Bruchsal Anfang der 1950er Jahre erworben hatte. Für uns ist wichtig, dass dort etwas geschieht, das mit dem Judentum zusammenhängt. Es ist wichtig, die sehr reiche Geschichte der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die das Stadtbild mitgeprägt haben, aufzuarbeiten. In Bruchsal hat man, wie in anderen Städten auch, in der Reichspogromnacht Synagogen angezündet und die Feuerwehr gerufen, damit die angrenzenden Gebäude nicht durch den Funkenflug beschädigt wurden. Der eigentliche Brand wurde natürlich nicht gelöscht. Und ausgerechnet in Bruchsal, nur hier, hat man dann ein Feuerwehrhaus daraufgestellt. Das kommt uns besonders makaber vor. Wir sind der Ansicht, dass man die Grundmauern der Synagoge wieder freilegen sollte. Nach jüdischer Vorstellung sollten dort, wo einmal eine geweihte Synagoge stand, die Grundmauern nicht zugedeckt oder überbaut werden. Bei einem Abbruch des jetzigen Gebäudes könnten die dann freigelegten Fundamente vielleicht in eine Parkanlage eingebunden werden.


Was soll das Haus für eine Funktion haben?

Es soll, weil es auch von jüdischer Seite nicht so gewünscht ist, kein weiteres Holocaust-Denkmal werden, sondern eine würdige Gedächtnis- und Erinnerungsstätte; kein totes Museum, sondern eine wirkliche Begegnungsstätte für Menschen, die sich mit dem Thema Judentum in Baden befassen wollen. Da sind natürlich museale Aspekte dabei, aber es soll ein multikulturelles und multifunktionales Begegnungszentrum werden, mit Seminarräumen und Studienbereichen. Der Schwerpunkt sollte die jüdische Kultur bilden, aber man könnte auch andere Nutzer mit ins Boot nehmen. Die angrenzenden Schulen zum Beispiel, denen man in dem Gebäude Seminarräume oder eine Aula einrichten könnte. Auch andere Themen der Geschichte Badens könnten eine Rolle spielen: die Badische Revolution, die Bauernaufstände, Joß Fritz aus Untergrombach. Man könnte eine Bibliothek einrichten, die Stadtgeschichte dokumentieren, das Stadtarchiv könnte Räume nutzen und bespielen. Ich persönlich könnte mir vorstellen, dass man ein Geschoss für Gästezimmer herrichtet, für Referenten oder Stipendiaten; dass dort jemand für gewisse Zeit residieren könnte, ähnlich wie ein Stadtschreiber. Und wenn das Gebäude die entsprechende Höhe hätte, wäre es natürlich sehr schön, oben ein Restaurant oder ein Café zu betreiben, mit dem Blick über die Stadt – was zur finanziellen Entlastung beitrüge.


Warum stünde ein solches Haus der Stadt Bruchsal gut an?

Wir vom Verein, insbesondere Rolf Schmitt, haben alle jüdischen Einrichtungen um Bruchsal herum recherchiert. Ein solches Projekt, wie wir es planen, ist nicht vorhanden. Es gibt jüdische Friedhöfe, Gedenkstätten, einfache Gedenksteine oder Plaketten an Häusern – oder natürlich die Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg. Aber unser Projekt ist sogar für ganz Süddeutschland einzigartig. Das wäre wirklich ein Leuchtturm-Projekt. Und es stünde Bruchsal natürlich gut an, weil man diese Zeit zwischen 1933 und 1945 hier lange totgeschwiegen hat. Die hat hier offiziell nicht stattgefunden. Ich kann mich an meine Kindheit erinnern, da gab es ein Geschichtsbuch von Bruchsal und da war genau diese Zeit ausgelassen. Mit dem Haus der Geschichte hätte man, fußläufig vom Bahnhof, neben dem Barockschloss einen weiteren kulturellen Höhepunkt. Letztlich wäre es auch eine gute Sache für das Stadtmarketing, wenn man abgesehen vom Schloss …


und der Badischen Landesbühne

… und der Badischen Landesbühne einen zusätzlichen Magneten hätte, einen weiteren Anlass, die Stadt zu besuchen. Deswegen sollte das Haus auch kein totes Museum sein, wo man ein paar verstaubte Exponate sieht, sondern mit Hilfe moderner Museumspädagogik etwas Griffiges, Lebendiges anbieten. Für Bruchsal wäre das ein unbedingter Gewinn.


Wie kam es zu dem Namen: Haus der Geschichte der Juden Badens?

Wir haben lange gerungen, wie wir es nennen wollen. Wir wollten es nicht „der badischen Juden“ nennen, damit wären nur diejenigen hier in der Gegend gemeint, sondern wir meinen die Juden, die etwas mit Baden zu tun haben. Es soll zunächst regional begrenzt sein. Den Anspruch für ganz Baden-Württemberg oder ganz Süddeutschland, den wollten wir nicht, das wäre doch etwas hoch gegriffen. Aber gerade hier im Nordbadischen gab es sehr viele jüdische Persönlichkeiten, die Großes geleistet haben. Baden galt in Deutschland schon immer als Musterländle, auch in Bezug auf die Religionsfreiheit. Die Juden in Baden waren mit die ersten, die staatsbürgerlich gleichgestellt waren. Allerdings gab es auch massive Widerstände aus der Bevölkerung gegen die Judenemanzipation. Da gibt es sehr viele hässliche Dokumente. Gerade also in Baden waren Juden früh vollwertige Mitbürger und viele jüdische Geschäftsleute hatten bis zum Beginn des Dritten Reichs hier große Unternehmen. Die Bruchsaler Farbenfabrik, Familie Meerapfel, der die Tabakfabriken gehörten, oder Familie Schrag. Harry Ettlinger, einer der Monuments Men, die beauftragt waren, die von den Nazis versteckten Kulturgüter ausfindig zu machen, war ein Enkel des Textilgroßhändlers Otto Oppenheimer. Es gibt unglaublich viel, was man hier in Erfahrung bringen kann. Man könnte ein riesiges Gebäude mit interessanten Biografien füllen.


Dr. phil. Günter Majewski, in Bruchsal geboren, eröffnete 1982 seine Buchhandlung, promovierte über die Waldenser in Württemberg und unterrichtete zwischenzeitlich angehende Buchhändler.


Das Interview erschien erstmals in "Weltgeschichten", einer Publikation der Badischen Landesbühne zur Spielzeit 2019.2020. Die Veröffentlichung erscheint mit freundlicher Genehmigung des Theaters.



13. Juli 2019: Abermals großes Interesse am Informationsstand des Fördervereins Haus der Geschichte der Juden Badens e.V.


Auf erneut großen Zuspruch stieß der zweite Informationsstand des Fördervereins Haus der Geschichte der Juden Badens, der am Samstag, den 13. Juli 2019 in der Bruchsaler Fußgängerzone stattfand. Die vielen Besucher des Informationsstandes ließen sich ausführlich über die Überlegungen des Fördervereins zur weiteren Nutzung des Synagogengrundstückes informieren. Große Beachtung fand vor allem, welche überragenden Möglichkeiten dieses innerstädtische „Filetstück“ über das Haus der Geschichte der Juden Badens hinaus für die weitere Entwicklung unserer Stadt bietet, können hier doch die Weichen für die Stadtentwicklung der nächsten Jahrzehnte positiv gestellt werden.


Die Aktiven des Fördervereins konnten an diesem Tag neben den vielen Besuchern der Fußgängerzone und des Wochenmarktes Tag illustre Gäste aus Verwaltung und Politik begrüßen.


Der CDU-Bundestagsabgeordnete Olav Gutting nutzte seinen Anwesenheit in der Region, um sich vor Ort über die Idee des Geschichtshauses informieren zu lassen. Er zollte dem gesellschaftlichen Engagement der Fördervereinsmitglieder Lob und seinen Respekt, die Ideen und den ersten Entwurf für eine Umsetzung des Projektes empfand er als ansprechend. Seine Empfehlung an die Aktiven war, weiterzumachen.


Ebenfalls zu Gast auf dem Informationsstand des Fördervereins war die Oberbürgermeisterin von Bruchsal, Frau Cornelia Petzold-Schick. Sie ließ sich von den Mitgliedern des Vereins ausführlich die Idee eines Haus der Geschichte der Juden Badens erläutern, wobei als eines der Vorbilder das Polin, das Museum der Geschichte der polnischen Juden, genannt wurde, das in Warschau zu den meistbesuchten Attraktionen zählt. Die Vereinsmitglieder unterstrichen im Gespräch ihre Sichtweise, dass gerade eine Geschichtshaus der geschichtlichen Herausforderung sowie der gesellschaftlichen Notwendigkeit gerecht würde.





22. Juni 2019: Informationsstand in der Bruchsaler Fußgängerzone


Sehr erfolgreich war der Informationsstand des Fördervereins am Samstag in der Fußgängerzone. Viele Bruchsalerinnen und Bruchsaler waren extra in die Innenstadt gekommen, um sich dort über die Vorstellungen und Ideen des Fördervereins zu informieren. Mindestens 250 Interessierte konnten angesprochen werden, die nicht nur den neuen Flyer des Fördervereins mit nach Hause nahmen, sondern auch mit ihrer Unterschrift einen Appell des Fördervereins an Oberbürgermeisterin und Gemeinderat unterstützten. Diese sollen sich für ein Haus der Geschichte der Juden Badens als ein Zeichen der Erinnerung, der Versöhnung und der Weltoffenheit unserer Stadtgemeinschaft einsetzen, wobei darüber hinaus Bruchsal als Mittelzentrum gestärkt und die Anziehungskraft und Attraktivität der Innenstadt gesteigert werden.


Voraussichtlich am Samstag, den 13. Juli 2019, findet der nächste Informationsstand des Fördervereins Haus der Geschichte der Juden Badens von 9 bis 12 Uhr in der Bruchsaler Fußgängerzone statt.

Fotos. privat





21. Juni 2019: DER KURIER, Seite 8

 



12. Juni 2019 : Baden TV       

interviewte den Vorsitzenden des Fördervereins, Dr. Günter Majewski. Die Pressesprecherin der Stadtverwaltung nimmt im weiteren Verlauf Stellung. Sie betont, dass die Entscheidung über die Nachnutzung des Grundstücks beim Bruchsaler Gemeinderat liegt.


https://baden-tv.com/altes-feuerwehrhaus-in-bruchsal-kommt-nach-dem-umzug-ein-judisches-museum/




11. Juni 2019: Pressemitteilung des Fördervereins

Bruchsaler "Förderverein Haus der Geschichte der Juden Badens e.V." gegründet


Anfang bis Mitte 2020 wird die Bruchsaler Feuerwehr ihr neues Domizil in der Bahnstadt beziehen können. Dort hat bis dahin die Bruchsaler Firma SEW-Eurodrive für unsere Freiwillige Feuerwehr auf städtischem Gelände ein schlüsselfertiges Feuerwehrhaus errichtet, das die Stadt 30 Jahre lang unentgeltlich nutzen kann.


Seit dies bekannt wurde, wird in Bruchsal über die weitere Nutzung des Geländes diskutiert, auf dem seit mindestens 1801 die Bruchsaler Synagoge stand. Die neue, 1881 erbaute Synagoge, die wie das Grundstück im Eigentum der jüdischen Gemeinde war, wurde 1938 niedergebrannt und die Mauerreste bis auf die Grundmauern weggesprengt. In den 1950er Jahren baute die Stadt Bruchsal auf diesem Grundstück das Bruchsaler Feuerwehrhaus. Ein deutschlandweit einmaliger Vorgang. Keine andere deutsche Kommune baute auf einem Grundstück ein Feuerwehrhaus, auf dem zuvor die örtliche Synagoge stand.


Die Diskussionen in Bruchsal zur weiteren Nutzung dieses geschichtlich so belasteten Grundstückes werden in Bruchsal sehr breit geführt. Diese reichen vom Seniorenzentrum über ein Schulgebäude bis hin zu Sozialwohnungen.


Der jetzt gegründete Förderverein Haus der Geschichte der Juden Badens e.V. verfolgt einen anderen, gerade auch für unsere Stadt zukunftsweisenden Ansatz und setzt sich für die Errichtung eines Hauses der Geschichte der Juden Badens an dieser Stelle ein, wohl wissend, dass dadurch lediglich ein Zeichen gesetzt werden kann. Das Geschehene kann nicht wieder gut gemacht werden.


Das vom Förderverein unterstützte Haus der Geschichte soll ausdrücklich keine Holocaust-Gedenkstätte werden. In diesem Leuchtturmprojekt sollen insbesondere Beiträge und Verdienste jüdischer Mitbürger zu unserer badischen Landesgeschichte, zu Kultur, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft gewürdigt werden. Durch die zentrale Lage ist das Synagogengrundstück mit seiner bewegten Geschichte exzellent zur Erfüllung dieses Anspruches geeignet. Darüber hinaus stärkt eine solche überregional bedeutsame Einrichtung Bruchsal nicht nur als Mittelzentrum. Sie steigert die Attraktivität der Innenstadt, zieht Touristen an und schafft Arbeitsplätze. Der Förderverein betont, dass gerade ein solches Geschichtshaus der geschichtlichen Herausforderung und dem gesellschaftlichen Anspruch gerecht wird.


Zum Vorsitzenden des Fördervereins wurde Dr. Günter Majewski gewählt. Weitere Vorstandsmitglieder sind Eberhard Schneider, Rolf Schmitt und Jürgen Schoner.


Am 22. Juni wird der Förderverein seine Ideen und Vorschläge erstmals öffentlich in der Bruchsaler Fußgängerzone an einem Informationsstand vorstellen. Im Internet ist der Verein unter www.geschichtshaus-badischer-juden.de zu finden und über E-Mail unter kontakt@geschichtshaus-badischer-juden zu erreichen.



7. April 2019: Rainer Kaufmann, RAINwürfe-TV  History 3: Gedanken zum Grundstück der ehemaligen Synagoge in Bruchsal




 

 

 


9. Oktober 2018: Fundamente der Synagoge ausgegraben

https://blog.bruchsal.org/2018/10/09/synagoge-bruchsal-grabung-9-10-2018/



 
 
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